Unter dem Motto „Pflege und HIV – von der Theorie zur Praxis“ fand am 13. November 2025 im Landratsamt Bayreuth ein Fachtag statt. Rund 100 Schüler*innen verschiedener Pflegeschulen sowie zahlreiche Fachkräfte nutzten die Gelegenheit, sich ausführlich über HIV und Pflege zu informieren. Ziel der Veranstaltung war es, neben der Wissensvermittlung rund um die Pflege von Menschen mit HIV auch das Bewusstsein für dieses Thema zu stärken sowie bestehende Vorurteile und Ängste abzubauen. Die Planung und Organisation lagen beim Landratsamt Bayreuth und der Aidsberatung Oberfranken der Diakonie Bayreuth.

Nach der Begrüßung durch Thomas Helminger (Fachbereich Gesundheitswesen des LRA Bayreuth) eröffnete Frau Dr. Held (Leitung des Fachbereichs Gesundheitswesen) mit ihrem Vortrag „Der anonyme HIV-Test am Gesundheitsamt“. Sie erläuterte nicht nur den genauen Ablauf des Tests, sondern gab auch einen kurzen Überblick über die Geschichte von HIV.
Im Anschluss informierte Herr Dr. med. Seiler (ehemaliger HIV-Schwerpunktarzt, Bayreuth) über die Möglichkeiten der medizinischen Versorgung. Herr Dr. Schmid (Facharzt für Innere Medizin, Infektiologie und stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin der Universitätsklinik Regensburg) stellte in seinem Online-Vortrag „HIV-PrEP – ein Medikament zum Schutz vor HIV“ vor, unter welchen Voraussetzungen die PrEP eine geeignete Option sein kann.
Auch Frau Wirth und Frau Kral (Pflegedienstleitung des Wohn- und Pflegeheims Franziskushaus, Frankfurt am Main) präsentierten online ihr sehr besonderes und einmaliges Projekt für Menschen mit HIV. Anschließend brachte Martina Höll (Leitung der Aidsberatung Oberfranken) den Teilnehmer*innen die Herausforderungen des „Lebens mit HIV“, insbesondere im Kontext von Pflegebedürftigkeit, näher.
Die Schüler*innen nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu den jeweiligen Themen zu stellen, sodass ein reger und lebendiger Austausch entstand. Der Fachtag zeigte eindrucksvoll, wie wichtig fundiertes Wissen, offene Kommunikation und ein respektvoller Umgang im Pflegealltag sind – und wie viel durch gemeinsame Aufklärung und Zusammenarbeit erreicht werden kann.