Louis und der „Tag der Kinderbetreuung”

Heute ist Tag der Kinderbetreuung. Bei uns in der Diakonie Bayreuth, wo mehr als 1800 Kinder jeden Tag betreut werden, ein Anlass genauer nachzufragen, welche Bedeutung die Kinderbetreuung für die Familien hat. Hierzu ein Bericht aus der Sichtweise von Louis*, fünf Jahre, der eine unserer Bayreuther Einrichtungen besucht.


„Weil ich jeden Tag in die Kita gehen kann, können meine Eltern auch in ihre Arbeit gehen. Meine Eltern arbeiten im Supermarkt und im Krankenhaus. Wenn der Supermarkt keine Verkäuferinnen mehr hat, dann gibt es auch keine leckeren Schokohörnchen mehr. Meine Mama sagt immer, sie ist glücklich, dass ich mich hier so wohl fühle, damit sie beruhigt arbeiten gehen kann.

Hier in der Kita kümmern sich meine Erzieherinnen um mich und meine Freunde. Wir lernen auch ganz viele Sachen, das ist fast wie Schule, nur schöner, sagt meine große Schwester, die manchmal lieber wieder in den Kindergarten gehen möchte.

In unserer Gruppe ist es toll, natürlich gibt es auch Regeln und die Bauecke muss immer wieder aufgeräumt werden, aber wir dürfen auch mitreden und mitentscheiden, vor allem in unseren Kinderkonferenzen. Dort lernen wir, dass wir Kinder Rechte haben und jede Meinung wichtig ist, egal von wem.

Petra*, unsere Erzieherin, ist einfach toll. Sie ist immer da, wenn ich was brauche, sie erklärt uns ganz viel und denkt sich jeden Tag etwas Neues aus, was sie uns dann im Morgenkreis vorstellt. Ich habe Petra* gerne, weil sie mir immer hilft, wenn ich etwas noch nicht kann, mir Dinge erklärt, Bücher vorliest, mit mir tolle Experimente macht, mich tröstet und früher hat sie mir sogar die Windeln gewechselt. Mit Jürgen* kann ich toben, basteln und außerdem spielt er Gitarre und wir singen gemeinsam viele Lieder. Aber er ist schon ganz alt, 27 Jahre, sagt er. Da muss ich sehr weit zählen, das hat er mir auch gezeigt. Mit meinen Freunden kann ich viel spielen, aber wir streiten auch manchmal. Da hat uns aber Jürgen* beigebracht, wie wir „richtig“ streiten, so wie die drei Freunde aus dem Buch.

Meine große Schwester macht hier im Hort nach dem Mittagessen die Hausaufgaben, manchmal muss sie auch extra lernen oder Lesen üben, bevor sie zum Spielen kann. Aber in den Ferien darf sie sogar mit den anderen Kindern zelten gehen. Das ist bestimmt toll und ich freue mich schon darauf, dass ich auch bald groß genug bin, um auch in den Hort zu gehen.

Am Nachmittag freue ich mich dann immer, wenn ich zu Hause bei meiner Familie bin und von meinen Erlebnissen aus der Kita berichten kann. Papa wundert sich dann immer, was man alles an einem Tag erleben kann.

So, jetzt habe ich keine Zeit mehr, jetzt ist gleich Stuhlkreis. Ob wir den Tag der Kinderbetreuung feiern, weiß ich nicht. Unsere Erzieherin Petra* hat aber gesagt, wir müssen das nicht extra feiern, denn sie ist gerne jeden Tag für uns da. Auch wenn es in der letzten Zeit wegen Corona etwas schwierig für uns war. Aber Andrea, die Chefin der Kita Frankengutstraße, kann dazu mehr erzählen. Das kann man anhören, hier hatte nämlich ein Radiomoderator gefragt, wie es momentan während Corona in den Einrichtungen so ist.

*die Namen hab ich mir ausgedacht, weil man die echten Namen nicht verraten darf, auch doof oder?“


Seit 2012 gibt es nun schon den „Tag der Kinderbetreuung“: Die tägliche Arbeit von Kinderbetreuerinnen und Kinderbetreuern hat große Bedeutung für Kinder, Eltern und unsere Gesellschaft. Sie alle haben Anerkennung und ein Dankeschön verdient. Der Aktionstag findet seitdem jährlich am Montag nach dem Muttertag statt und bietet Kindern und Eltern die Gelegenheit, ihren Betreuern Danke für ihre Arbeit zu sagen. Aber es geht noch um mehr: Er soll den Stellenwert familienergänzender Bildung, Betreuung und Erziehung verdeutlichen und bietet den idealen Rahmen, um dieses gesellschaftspolitisch wichtige Thema in den Fokus zu rücken.

Weitere Informationen zum Tage der Kinderbetreuung finden Sie hier!


Mehr als 1.800 Kinder werden in Einrichtungen der Diakonie Bayreuth in Stadt und Landkreis betreut. In über 20 Einrichtungen engagieren sich fast 400 Mitarbeite*innen in Krippen, Kindergärten und in der Schulkindbetreuung. Und: Wir sind stolz darauf, jedes Jahr mehr als 30 Auszubildende für diese wichtige Tätigkeit begeistern zu können!

Auch wir sagen DANKE an alle, die in diesem Bereich täglich alles geben, um mit Motivation und Engagement für Kinder und ihre Familien vieles

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