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28.06.2010

Hochbeet für Matthias-Claudius-Haus

Projekt mit der Dr.-Kurt-Blaser-Schule

Kann Arbeit ein Freudenfest sein? Für Jochen, Matthias, Patrick und Franz, vier junge Männer zwischen 16 und 18 Jahren von der Dr.-Kurt-Blaser-Schule war sie das im Juni.

Unter Anleitung ihres heilpädagogischen Förderlehrers Eberhard Rönsch, der das Hochbeet entworfen hat, „zauberten“ die Jungs. In der Berufsschulstufe werden sie auf das Berufsleben vorbereitet.

In kurzer Zeit entstand – mit Vorbereitung ein Halbjahres-Projekt – ein etwa drei Kubikmeter fassendes Hochbeet in Anlehnung an die Blockhaus-Bauweise im Garten unseres Matthias-Claudius-Hauses.

Auf einem Sechs-Punkt-Fundament wurden zunächst sechs Trägerleisten aus Fichte an den Grundbrettern aus Lärchenholz festgeschraubt. Die arbeitenden jungen Herren waren mit Feuereifer bei der Sache. Wörter wie Winkel, Schraubzwinge, Schrauber, Wasserwaage, nächstes Brett schwirrten nur so durch die Gegend.

„Hilfslehrer“, wie er sich schmunzelnd selber nennt, Eberhard Rönsch, gelernter Drechsler und seit zwölf Jahren Förderlehrer an der Dr.-Kurt-Blaser-Schule tätig, freute sich denn auch über seine Mannschaft: „Euer Eifer ist lobenswert!“

Lehrer Rönsch – die Ruhe mit Über- und Durchblick in Person – mahnte zwischendurch fröhlich: „Etzt hammer scho Pause – und mir ärbern durch…“. Patrick allerdings musste pünktlich weiter. Er hatte in der nächsten Stunde Theaterprobe.

Hausleiter des Matthias-Claudius-Hauses, Herr Georg May, überzeugte sich an Ort und Stelle von den rasant vorangehenden Bauarbeiten und hatte viel Lob und Dank für die jungen Leute und ihren Lehrer übrig. Gegen Wühlmäuse wurde das Beet sogar noch mit einem engmaschigen Drahtgitter in Kunststoff ausgekleidet. Steinbrocken bilden die Drainage.

Visionen muss der Mensch haben! Lehrer Rönsch und seine Mannen denken bereits weiter: „Wenn das Hochbeet gut angenommen wird, bauen wir gerne ein zweites!“

Laut Heimleiter Georg May wird vermutlich noch ein Weg rund um unser Hochbeet Nummer 1 in der Wiese geschaffen.

Und für Hochbeet Nummer 2 wünschen sich unsere Bewohner mit Rollstuhl oder Rollator: Trockene Anfahrt. Den vierten Bretterkranz bitte weglassen. Sonst sehen wir nicht über unsere Nasenspitze hinweg. Und in der Form hätten wir bitte im Entwurf gerne eine Art Nackenhörnchen, nach innen überkragend, damit wir hineinfahren können zum Schauen und Pflanzen. Auch eine Bank zum Ausruhen sollte ganz in der Nähe sein.

Hochbeet Nummer 1 ist ideal für Bewohner, die noch sicher laufen können. Mancher Gartenbesitzer hätte ein so prima gebautes Hochbeet gerne bei sich daheim. Förderlehrer Eberhard Rönsch: „150 Euro. Über Aufträge in Bayreuth und darüber hinaus würden wir uns sehr freuen!“

Und im Matthias-Claudius-Haus wird heftig diskutiert, was denn nun angebaut werden soll: Radiesla, Kräuter, Gewürze, gelbe Rüben, Zwiebeln… Die Kresse-Samen für ein schmackhaftes und gesundes Kresse-Butter-Brot habe ich schon im Täschla…

 

Anna Anger

(Betreuungsassistentin)