Drohende Schließung der Evangelischen Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe
Wie bereits in vielen Medien berichtet, droht der Evangelischen Berufsfachschule für Altenpflege der Diakonie Bayreuth das Aus. Nachfolgend findet sich die offizielle Stellungnahme vom 10. Mai 2011 dazu.Stellungnahme:
Mit großem Bedauern stellt die Diakonie Bayreuth fest, dass die Regierung von Oberfranken unserer Evangelischen Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe die schulaufsichtliche Genehmigung und Anerkennung entzieht. Durch einen schriftlichen Bescheid vom 15.04.2011 wurde mitgeteilt, dass die Genehmigungen mit Wirkung zum 01.08.2011 widerrufen werden. Das bedeutet, dass die Schule mit Beendigung des laufenden Schuljahres geschlossen wird.
Die Diakonie bedauert diese Entwicklung sehr. Sowohl aus berufspolitischen und gesellschaftlichen Gründen ist die Schließung einer Ausbildungsstätte gerade im Bereich der Pflege von alten und kranken Menschen für Oberfranken denkbar ungünstig. Auch im Blick auf die betreffenden Schülerinnen und Schüler ist der Vorgang für die einzelnen emotional sehr belastend und für die Diakonie schmerzhaft, denn es sind Menschen, die in der Ausbildung stehen und für die wir während dieser Zeit Verantwortung tragen.
Zur Schließung
Als Gründe für den Widerruf der schulaufsichtlichen Genehmigung werden insbesondere seitens der Regierung von Oberfranken unter anderem
- Wiederholte Fehler bei der Anstellung von Lehrpersonal und deren Zulassungsfähigkeit zum Unterrichten
- Verstöße gegen die Aufnahmekriterien und Beschränkungen hinsichtlich der Zulassung und Eignung von Schülern zur Ausbildung an einer Altenpflegeschule
- Die Klassenstärken und Jahrgangsgrößen in Relation zur Größe der Klassenräume
benannt. Weiterhin geht es auch um die Art und Weise der Führung der Schule durch die Schulleitung und die grundsätzliche Einhaltung von Vorgaben, Regularien und Teilen der Schulordnung.
In einem entsprechenden Verfahren gegen Schule, Schulleitung und Träger hat die Regierung durch entsprechende Bescheide insbesondere im letzten Vierteljahr auf die Mängel hingewiesen. In zwei schriftlichen Stellungnahmen hat sich die Diakonie Bayreuth zu diesen Vorwürfen geäußert; sie wurde auch zu einer mündlichen Erörterung durch die Regierung von Oberfranken gehört.
Darin haben wir deutlich gemacht, dass wir entsprechend der Vorgaben die genannten Mängel beheben werden, wie wir das zu tun beabsichtigen und welche Lösungen wir für die Zukunft planen.
Unter anderem haben wir uns als erste Maßnahme dazu entschlossen, die Schulleitung von ihrer Aufgabe zu suspendieren und bis zum Ende des Schuljahres die stellvertretende Schulleitung kommissarisch mit der Führung der Amtsgeschäfte zu betrauen. Wir haben weiterhin versichert, die Schulleitung neu zu besetzen und seitens des Trägers zukünftig ein klares und nachvollziehbares Kontroll- und Kommunikationskonzept zwischen Träger, Schulleitung und Regierung zu installieren. Außerdem hat die Diakonie vorgeschlagen, ein eigenes Gebäude als Schule im neuen Schuljahr zu nutzen und aus dem derzeit angemieteten, zu kleinen Gebäude auszuziehen. Wir haben versichert, uns zukünftig an die vorgegebenen Regularien, Verordnungen und Gesetze zu halten.
Wir haben unsere Fehler insbesondere in der mündlichen Erörterung eingeräumt, unser Bedauern zum Ausdruck gebracht und um Entschuldigung gebeten. Dennoch ist für die Regierung der Grad der Verstöße und das beschädigte Vertrauen ausschlaggebend, wurden doch manche Hinweise und Mahnungen schon früher nicht genau beachtet. Nach intensiven Überlegungen und entsprechender Prüfung durch Fachleute hat sich die Diakonie Bayreuth entschlossen, die ggf. möglichen juristischen Wege des Widerspruchs oder der Klage gegen diesen Bescheid einzuschlagen. Ein Widerspruch eröffnet zumindest formal die Möglichkeit für beide Seiten noch einmal miteinander ins Gespräch zu kommen.
Zur Zukunft
Die folgenden Aussagen beschreiben die Situation, wenn ein Widerspruch abgelehnt würde, bzw. keine neuen Ergebnisse erzielt werden können:
Die Schülerinnen und Schüler der Schule würden in den nächsten Wochen seitens der Regierung an andere Altenpflegeschulen in der Region vermittelt, damit sie mit Beginn des neuen Schuljahres wieder einen Ausbildungsplatz an einer Berufsfachschule hätten. Auch die Diakonie wird ihrerseits alles tun, um in den kommenden Wochen den jungen Leuten unterstützend zur Seite zu stehen.
Wir werden im Einzelfall weiterhin intensiv miteinander beraten, wie die berufliche Zukunft für unsere 7 Lehrerinnen und Lehrer im Anstellungsverhältnis innerhalb oder außerhalb der Diakonie aussehen kann. Leider würden wir uns von unseren Honorarkräften, die bisher in der Schule tätig sind, trennen müssen. In einem offenen Dialog würden wir versuchen, zu helfen wo auch immer es für unsere bisherigen verdienstvollen, engagierten Lehrkräfte möglich ist. Dass das berufliche Tätigkeitsfeld der bisherigen Schulleiterin Frau Hebart-Herrmann auf diese Weise endet, bedauern wir sehr. Frau Hebart-Herrmann wird wegen Erreichen der Altersgrenze zum 1. September 2011 in den Ruhestand treten. Wir wissen um ihre Verdienste für die Schule und Diakonie auch über die Grenzen von Bayreuth hinaus, und würdigen ihre Fachlichkeit und hohe Einsatzbereitschaft für die Altenhilfe und die Ausbildung junger Menschen.
Inwieweit die Diakonie im Bereich der Ausbildung zur Altenpflege und Krankenpflege im Falle der Aberkennung der Zulassung wieder tätig werden könnte, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.
Für Rückfragen stehen Herr Diakon Uwe Manert (Tel. 0921/7542-24/-23, E-Mail manert@diakonie-bayreuth.de) und Herr Dekan Hans Peetz (Tel. 0921/596-805, E-Mail peetz.kga-bay@elkb.de) zur Verfügung.







