Auf einen Blick
13.09.2017

Zwei Gründe zu feiern:

v. l. n. r. Dr. Franz Sedlak (Geschäftsführer Hilfe für das behinderte Kind gGmbH), Bürgermeister Thomas Ebersberger, Pfarrer Johannes Neugebauer (Seelsorge Klinikum Bayreuth / Verwaltungsratsmitglied des Diakonischen Werks Bayreuth), Barbara Koch (Harl.e.kin-Nachsorge) und Beate Jezussek (Leitung Frühförderung)

 

Am 08. September 2017 war es so weit: Die Frühförderung der Diakonie Bayreuth öffnete im Rahmen einer Einweihungsfeier die Pforten zu ihren neuen Räumlichkeiten in der Mainstraße 3. Gleichzeitig wurde das 5-jährige Jubiläum der Harl.e.kin-Nachsorge am Standort Bayreuth gefeiert.

Nachdem die Frühförderung der Diakonie Bayreuth aufgrund dingenden Sanierungsbedarfs interimistisch am Geschwister-Scholl-Platz untergekommen war, ist die Freude über die Fertigstellung der neuen Räume in der Mainstraße 3 groß. Zentral gelegen, gut erreichbar und mit Parkplätzen direkt vor der Türe, findet die Betreuung ab sofort in hellen, renovierten Therapiezimmern statt, die nicht nur barrierefrei erreichbar, sondern auch neu ausgestattet sind.

Diese positiven Entwicklungen wurden im Rahmen einer Einweihungsfeier am Freitag, 08. September 2017 kurz vor dem Start ins neue Schuljahr, gefeiert. Gleichzeitig wurde das 5-jährige Jubiläum der Harl.e.kin-Nachsorge in Kooperation mit der Frühförderstelle der Diakonie in Bayreuth, dem Klinikum Bayreuth und dem Träger der Harl.e.kin-Nachsorge in Bayreuth - dem Förderverein für den Bunten Kreis Bayreuth e.V. – begangen. Das Team der Harl.e.kin-Nachsorge, Mitarbeiter der Frühförderung der Diakonie sowie der Kinderklinik Bayreuth begleiten seit 2012 früh- und risikogeborene Kinder aus Bayreuth und der Region nach der Entlassung aus der Kinderklinik zugunsten deren bestmöglicher Entwicklung.

Nach feierlichen Grußworten durch Dr. Franz Sedlak (Geschäftsführer Hilfe für das behinder-te Kind Bayreuth gGmbH) und dem zweiten Bürgermeister der Stadt Bayreuth Thomas Ebersberger wurden die neuen Räume durch Pfarrer Johannes Neugebauer geweiht. Beim anschließenden Empfang blickte man gemeinsam in die Zukunft, während sich die Gäste selbst ein Bild der Räumlichkeiten machen und sich über die wichtige Arbeit der Einrichtungen informieren konnten. 

Ab diesem Schuljahr findet in der interdisziplinären Frühförderstelle wieder unter einem Dach hochqualifizierte Förderung und Begleitung durch das erfahrene pädagogische und therapeutische Fachpersonal statt. Pädagogen, Psychologen, Logopäden sowie Ergo- und Physiotherapeuten starten unter der neuen Leitung von Sozialpädagogin Beate Jezussek hoch motiviert in der Mainstraße.

Die Frühförderung der Diakonie Bayreuth

Als eine sich stetig entwickelnde und gewachsene Institution der Diakonie Bayreuth begleitet die Frühförderung seit Jahren Familien in Bayreuth und Umgebung. Vom Säuglingsalter bis zur Einschulung werden Kinder, die nach der Geburt Startschwierigkeiten in der Entwicklung haben sowie Kindergarten- und Vorschulkinder gemeinsam mit ihren Eltern pädagogisch sowie therapeutisch beraten und behandelt. Dieses interdisziplinäre Behandlungskonzept konnte sich nicht zuletzt wegen seiner ganzheitlichen Betreuungs-, Beratungs- und Therapiemethoden zu einem Erfolgsmodell entwickeln.

Je früher bei Kindern die Ressourcen erkannt werden, die medizinisch oder pädagogisch diagnostizierte Schwächen ausgleichen oder verringern können, desto besser kann positive Entwicklung gelingen. Dazu steht ein multiprofessionelles Team aus erfahrenen und hochqualifizierten Pädagogen, Psychologen, Ergo- und Physiotherapeuten sowie Logopäden zur Verfügung.

Leitung und Team der Frühförderstelle der Diakonie Bayreuth pflegen seit jeher einen professionellen und förderlichen Kontakt zu Kooperations- und Netzwerkpartnern, wie Kinder- und Fachärzten, anderen Fördereinrichtungen, Kinderkliniken der Region, rehabilitativen Einrichtungen sowie Kindergärten und Schulen.

Das Klinikum Bayreuth als langjähriger Netzwerkpartner wurde gemeinsam mit dem Träger der Nachsorgeangebote – dem Förderverein für den Bunten Kreis Bayreuth e.V.- zum Kooperationspartner für die Harl.e.kin-Nachsorge, als 15. im Jahr 2012 von mittlerweile 22 Standorten in Bayern. Diese Kooperation ist Grundlage für das Begleitungsangebot der  Nachsorge für Früh- und Risikogeborene, die den Eltern nach der Entlassung ihrer Kinder aus der Kinderklinik zur Verfügung steht.


Harl.e.kin – Nachsorge Standort Bayreuth

Im Jahr 2003 gründeten Mitarbeiter der Neonatologie am Münchner Klinikum Harlaching die Harl.e.kin-Nachsorge. Dies kann als die Geburtsstunde der Harl.e.kin-Nachsorge in Bayern gewertet werden.

Den Profis in der Harlachinger Kinderklinik war aufgefallen, dass Eltern mit einem früh- oder risikogeborenen Kind nach Entlassung aus der Kinderklinik häufig ohne medizinische Diag-nose wieder in die Klinik zurückkehrten. Grund dafür war oft, die Verunsicherung und Irritation der Eltern durch die anfänglichen medizinischen Probleme. Diese nach der Entlassung auftretenden Sorgen beruhen häufig auf der Tatsache, dass auch die Kinder – bedingt durch den Krankenhausaufenthalt in Bindung, Regulation und Interaktion sensibilisierter sind und zu Unruhe neigen. Dies beunruhigt wiederum die Eltern, was zu einem ungünstigen Kreislauf werden kann. Zudem sind die Eltern eventuell noch unsicher, was Trinkleistungen, Ge-wichtszunahmen, Verdauung und Pflege angeht und müssen zusätzlich auch über die vorangegangenen belastenden Wochen oder Monate zurecht kommen. In all diesen Belangen erhalten sie Trost, Verständnis und Zuversicht vom Nachsorgeteam.

Aufsuchend zu Hause, begleitend oder auch telefonisch beratend sowie vernetzend steht der betroffenen Familie ein sogenanntes Nachsorgetandem aus Kinderkrankenschwester und Mobilem Dienst der Frühförderstelle mit entwicklungspsychologischer Beratungsqualifikation zur Seite oder ist für sie stets gut erreichbar. Kinder ängstlicher, stetig beunruhigter Eltern irritieren ihre Kinder unabsichtlich weiter – wohingegen umfassend informierte, kompetente, sichere und entspannte Eltern sich positiv und stärkend auf die kindliche Entwicklung auswirken.

Das – Harl für Harlaching, e. für Eltern und kin für Kind – Harl.e.kin Nachsorgeprojekt entwickelte sich für die Zielgruppe der früh- und risikogeborenen Kinder ohne massive medizinische Diagnose zum Vorzeigeprojekt dieser Nachsorgeform in Bayern. Im Laufe der 14 Jahre kamen in Bayern 21 weitere Standorte dazu. Fachlich und koordinierend begleitet wird die Harl.e.kin-Nachsorge an den verschiedenen Standorten durch den vierten Kooperationspartner, die Medizinische Abteilung der Frühförderung Bayern in München. Dank der finanziellen Förderung – eingangs als Anschub-, nach drei Jahren weiter als Regelförderung - gelingt es, den Familien ein kostenfreies Angebot zugunsten einer bestmöglichen Entwicklung nach der Entlassung der betroffenen Kinder aus den Neonatalstationen der Kinderklinik zur Verfügung zu stellen. Das Angebot kann Wochen oder Monate in Anspruch genommen werden und muss nicht durch langwierige Anträge angefordert werden.

Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration ist deutschlandweit derzeit noch das einzige Ministerium, das dieses besondere Angebot für junge Familien vorhält. Nicht gedeckte Kosten werden momentan über Spendengelder zur Unterstützung der Nachsorge gesichert.
Stolz kann auf 5 Jahre Nachsorgearbeit der Harl.e.kin-Nachsorge am Standort Bayreuth mit mehr als 200 Nachsorgekindern zurückgeblickt werden.