Krankengymnastik

Ziele der Krankengymnastik (KG):
Die KG hat zum Ziel durch neurophysiologisch begründete Frühtherapie dem Kind zu einer möglichst normalen Bewegungsentwicklung zu verhelfen, d. h. vorhandenen oder drohenden motorischen Behinderungen entgegenzuwirken. Die Eltern kommen einmal wöchentlich für 45 Min. (Einzeltherapie) bzw. 60 Min. (Psychomotorikgruppe) in die Frühförderung und werden zur Therapie mit ihrem Kind angeleitet. Je nach Bedarf wird nach Konzepten von Vojta, Bobath oder Castillo-Morales gearbeitet. Außerdem bieten wir Psychomotorik in Einzel- und Gruppenbehandlungen an. Elternanleitung und Beratung begleiten unsere Maßnahmen.
Krankengymnastik findet auf Verordnung des Arztes statt. Beim ersten Termin wird ein motorischer Befund erhoben.
Welche Kinder kommen zur KG?
Kleinkinder und Kinder bis Schuleintritt mit Diagnose
- Orthopädische Auffälligkeiten (Wirbelsäule, Hüfte, Füße)
- Koordinationsstörungen (Auffälligkeiten in der motorischen Entwicklung)
- Von Behinderung bedrohte Kinder
- Behinderte Kinder
- Kinder mit Schwierigkeiten in der Grobmotorik, Feinmotorik, Wahrnehmung, Sprache, Sozialverhalten.
Säuglinge mit Diagnose
- Asymmetrie
- Aufrichtungsmangel
- Orthopädische Auffälligkeiten (Wirbelsäule, Hüfte, Füße)
- Koordinationsstörungen (Auffälligkeiten in der motorischen Entwicklung z. B. kein Krabbeln)
- Von Behinderung bedrohte Kinder
- Behinderungen aller Art
Gedanken zur frühkindlichen Bewegungsentwicklung:
Die Bewegungsentwicklung, die ein Kind von seinen Anfängen bis hin zu einer eigenständigen Persönlichkeit durchläuft, geschieht stufenweise; die nächste Fähigkeit baut auf der vorherigen auf. Die Entwicklung wird gelenkt vom Bedürfnis anzuwenden, was auf den vorausgegangen Stufen entstanden ist.
Die Bewegungsentwicklung ist eng mit der sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit verbunden: Ein Säugling erlebt Tast-, Geruchs- und Geschmacksempfindungen. Diese lösen Gefühle wie Sättigung, Lust, Geborgenheit, Vertrautheit, aber auch Ekel, Befremden, Verletzlichkeit aus. Der Säugling möchte im Kontakt sein, Signale und Botschaften verstehen und sie mit seinen Möglichkeiten beantworten. Ein Dialog mit dem Kind kann schon sehr früh beginnen. Dieser Dialog drückt sich aus durch die Art des Blickkontaktes, durch berühren, am Klang der Stimme - eben über die Körpersprache. Der Säugling möchte sich bewegen nicht wegen der Bewegung an sich, sondern um seine Umgebung zu erkennen und zu verstehen. Aus der Wahrnehmung (z. B. Berührung, Geruch ...) entsteht Interesse und aus dem Interesse das Bedürfnis nach dem Ziel zu greifen oder sich darauf zu zu bewegen. Das Kind ist bewegt von seiner Neugier!
Bei jedem Entwicklungsschritt wird deutlich, dass sich motorische, sinnliche, geistige und soziale Vorgänge nicht voneinander lösen lassen.
Gerade bei einer gestörten Bewegungsentwicklung ist es wichtig nicht einzelne Stufen zu überspringen, auch wenn dadurch mehr Zeit benötigt wird als bei normal entwickelten Kindern.







