Die Diakonie Bayreuth im Wandel der Zeiten
Das Diakonische Werk - Stadtmission Bayreuth e. V. steht seit 1947 im Dienste christlicher Nächstenliebe, zunächst als Verein für Innere Mission Bayreuth. Als solcher führte er die Armenfürsorge des Evangelischen Gemeindearbeitsvereins Bayreuth fort, der 1919 gegründet wurde.
Eine Sichtung der Unterlagen des Stadtarchivs hat ergeben, dass der Verein für freiwillige Armenpflege bereits im Jahr 1882 gegründet wurde. Die ältesten Protokollmitschriften des Evangelischen Gemeindearbeitsvereins reichen zurück in das Jahr 1927, der Verein selbst muss aber schon vorher existiert haben und hatte 1927 circa 1200 Mitglieder. Eine Zahl, die wir uns auch heute wünschen würden.
Während der Jahre des 2. Weltkrieges gestaltete sich die Arbeit beider Vereine nicht gerade einfach. Repressalien und Verbote durch den nationalsozialistischen Staatsapparat brachten sie beinahe zum Erliegen. So kann man im Arbeitsbericht für die Jahre 1941 und 1942 folgenden Abschnitt lesen: Ein Rückblick auf die Zeit seit dem letzten Arbeitsbericht am 11. Juli 1940 zeigt, wie die Arbeit in unserer Gemeinde immer begrenzter wurde. Als die gedruckte Bibellese nicht mehr erscheinen konnte, wandten wir viel Zeit und Mühe daran, sie für unsere Gemeinde zu erhalten. Unsere Herren Pfarrer schrieben den Text, den wir in 1200 Stück vervielfältigten. Nach ungefähr zwei Jahren wurde die Verteilung auch in dieser Form untersagt. Es ist dem Mut und der Entschlossenheit der damaligen Christen zu verdanken, dass die Arbeit beider Vereine trotz aller Widrigkeiten fortgeführt wurde: Ein Meilenstein auf dem Weg zur Arbeit der Stadt- und Bahnhofsmission in den Nachkriegsjahren.
Im Jahr 1926 nahm der Evangelische Gemeindearbeitsverein die praktische und regelmäßige Tätigkeit in der Armenfürsorge auf. 1945 begann die Arbeit des Evangelischen Hilfswerkes in Bayreuth in Verbindung mit den Stadt- und Landgemeinden:
Betreuung von 9 Barackenlagern in Bayreuth, Einrichtung einer Heimkehrer-Betreuungsstelle, Versorgung von durchwandernden Flüchtlingen, Einrichtung einer Missionsküche, Erfassung von Kriegsversehrten und Körperbehinderten, Hilfe für Heimatvertriebene und Obdachlose waren die Arbeitsschwerpunkte in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg.
Am 21.5.1947 wurde durch einen Beschluss der Evang.-Luth. Gesamtkirchenverwaltung Bayreuth auf Errichtung einer Bezirksstelle der Inneren Mission (Stadtmission) formal das heutige Diakonische Werk – Stadtmission Bayreuth e. V. gegründet.
Die Arbeit nach dem Zweiten Weltkrieg ist sehr eng mit dem Namen eines Mannes verbunden – Stadtmissionar Diakon Farnbacher – und begann in dem Haus, in dem heute die Gesamtkirchenverwaltung Bayreuth untergebracht ist. Hauptschwerpunkt der Arbeit der Stadtmission war in den ersten Jahren die Bahnhofsmission. Doch schon damals forderten vier Kindergärten und später das Leer'sche Kinderheim das Engagement des Initiators und seiner Mitarbeiter.
Im Jahr 1949 konstituierte sich dann der Verein Stadtmission Bayreuth e. V., dessen Satzung in den Grundzügen bis heute die Arbeit der Diakonie Bayreuth umreißt. Damals wie heute hat sich die Diakonie an den Bedürfnissen und besonderen Lebenslagen der Menschen orientiert. Deshalb versteht sich auch das Diakonische Werk – Stadtmission Bayreuth e. V. als ein Werk der Kirche, das mit den Kirchengemeinden zusammenarbeitet und versucht, das Gebot der Nächstenliebe aus Mt. 22,37 in die Tat umzusetzen: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt"(5. Mose 6,5). Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (3. Mose 19,18). In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
In den zurückliegenden Jahrzehnten ist viel geschehen.
Aus der Stadtmission und der Hilfswerkbezirksstelle wurde die Diakonie Bayreuth.
Diese wiederum besteht aus dem Diakonischen Werk-Stadtmission Bayreuth e.V., der Werkstätten gGmbH der Diakonie Bayreuth, der Hilfe für das behinderte Kind gGmbH Bayreuth und der Zentralen Diakoniestation Bayreuth.
Sowohl die Verwaltungs- wie auch Geschäftsführungsaufgaben werden zentral in der Geschäftsstelle für diese vier diakonischen Träger wahrgenommen.
Unsere Angebote sind geprägt von hoher fachlicher Qualität und intensiver persönlicher Zuwendung zu den Menschen. Wir bieten Einrichtungen und Dienste für unterschiedliche Lebenssituationen:
Kindertageseinrichtungen für Kinder im Alter von 0-14 Jahren (Kindergärten, Kinderkrippen, Schulkinderhorte, integrative Einrichtungen), Behinderteneinrichtungen mit Schule und Werkstätten, Beratungsstellen, ambulante Krankenpflege sowie ein Alten- und Pflegeheim. Durch diese Angebote werden mehr als 2000 Menschen regelmäßig betreut. Darüber hinaus werden durch viele unserer Einrichtungen immer wieder gezielte Projekte angeboten, die den Wirkungskreis noch deutlich erweitern.
Mehr als 45 verschiedene Einrichtungen und Dienste mit heute 1.000 haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitenden bilden die Diakonie Bayreuth, die mittlerweile zu den drei größten Arbeitgebern in der Region gehört.







