Auf einen Blick
Bildung und Erziehung

Fachdienst

Wir sind das interdisziplinäre Team des Heilpädagogischen Zentrums Bayreuth. Unser Fachdienst setzt sich aus fünf verschiedenen Fachbereichen zusammen und ist mit zehn TherapeutInnen besetzt.

Aufgabenschwerpunkte sind:

  • Therapie mit dem Kind/Jugendlichen
  • Fachübergreifende Gruppenangebote
  • Diagnostik
  • Elternberatung
  • Hilfsmittelversorgung
  • Fachspezifische Beratung des Betreuungspersonals

Die Leistungen des Fachdienstes stehen in Wechselwirkung mit den pädagogischen und sozialen Förderangeboten der Gesamtangebote innerhalb der Tagesstätte, der Schule und des Wohnheims.

Wer wird gefördert?

Wir fördern Kinder und Jugendliche, die

  • in ihrer geistigen, sozialen und körperlichen Entwicklung beeinträchtigt sind
  • unter erschwerenden Bedingungen aufwachsen
  • die sich in ihrem Erleben und Verhalten als anders und ausgegrenzt erfahren
  • die in ihrer Beeinträchtigung zu keiner autonomen Lebensgestaltung fähig sind
  • die sich in ihrem gegebenen soziokulturellen Rahmen nicht entsprechend ihren Fähigkeiten entwickeln können
  • die von Behinderung bedroht sind.

Was wird gefördert?

Wir fördern, begleiten und unterstützen Kinder und Jugendliche im Alter von 3 – 20 Jahren in ihrer:

  • Sozialen und emotionalen Kompetenz
  • Spielentwicklung
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Physischen Entwicklung
  • Wahrnehmung
  • Möglichkeiten zur Teilhabe in der Gesellschaft

Wir wollen:

  • das Kind/den Jugendlichen in seiner Persönlichkeit stärken
  • an den individuellen Entwicklungsmöglichkeiten ansetzen
  • seine Selbstbestimmung respektieren
  • sein Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen stabilisieren
  • seine Selbstständigkeit erweitern
  • mit dem Kind üben, damit es lernt seine Mobilitäts- und Bewegungseinschränkungen im Alltag  zu integrieren
  • mit dem Kind/Jugendlichen den Bezugspersonen und mit den Eltern Förderziele erarbeiten und vereinbaren

Wie wird gefördert?

Therapeutische Angebote sind besonders für Kinder und Jugendliche wichtig, die aufgrund ihrer Einschränkungen Schwierigkeiten haben sich in das Gruppengeschehen und in die Gruppenangebote integrieren zu können, bzw. die von Behinderung bedroht sind. Mit Hilfe einer gezielten Förderung und Unterstützung können diese Kinder Entwicklungsschritte aufholen und sich in ihre Fähigkeiten steigern.

Bei der Entscheidung, ob und welche verschiedene Therapieangebote ein Kind oder Jugendlicher erhalten soll, muss die Belastungsfähigkeit des Einzelnen berücksichtigt werden. Ein Übermaß an Therapien kann manche Kinder und Jugendliche überfordern und ihr Selbstbewusstsein schwächen anstatt fördern. Bei Anderen kann es jedoch notwendig sein, in mehreren Bereichen zu unterstützen. Eine verbindliche Regelung für die maximale Anzahl an Therapien gibt es nicht. Vorschläge für Inhalte und Anzahl der Therapien werden mit den Eltern und den pädagogischen Fachkräften abgesprochen.

Therapieangebote

Psychologie:

  • Psychologische Einzelintervention / Spieltherapie
  • Beratung der pädagogischen Mitarbeiterinnen
  • Elternarbeit
  • Psychologische Diagnostik und Verhaltensbeobachtung

Logopädie:

  • Verbesserung des Sprachverständnisses und der Artikulation
  • Erweiterung des Wortschatzes und Einüben der Grammatik
  • Training der Mund-, Zungen- und Gesichtsmotorik
  • gezielte Schulung der auditiven Wahrnehmung (Hören), der Stimme, der Atemtechnik
  • die Therapie von Sprechstörungen wie Näseln oder Beeinträchtigungen des Redeflusses (Stottern, Poltern)

Heilpädagogik:

  • Stärkung des Selbstvertrauens
  • Förderung der Spielentwicklung, der sozialen Kompetenz und der Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten
  • Wahrnehmungsförderung
  • Abbau von Ängsten und Hemmungen
  • Förderung der Bewegungsfreude, der Kreativität und der Ausdrucksmöglichkeiten

Physiotherapie:

  • entwicklungsfördernde Physiotherapie auf neurophysiologischer Grundlage
  • Haltungskorrektur, Kräftigung und Dehnung der Rumpfmuskulatur, Gelenkmobilisation und Gangschulung.
  • Psychomotorik
  • Verbesserung der Geschicklichkeit, der Wahrnehmung, der Konzentration und des Sozialverhaltens
  • Hilfsmittelversorgung
  • Anleitung der Eltern und Mitarbeiter

Ergotherapie:

  • testen von Teilleistungsstörungen und deren Behandlung
  • Erarbeiten von harmonischen Bewegungsabläufen
  • Funktionstraining in Grob- und Feinmotorik
  • Selbsthilfetraining
  • Steigerung der Belastungsfähigkeit, Konzentration und Ausdauer, Aufbau von Handlungsplanung und Ausführung von Tätigkeiten
  • Hilfsmittelberatung und Einüben von deren Gebrauch im Alltag
  • Sensorische Integrationsbehandlung

Einzel- und Gruppenangebote

Viele Kinder und Jugendliche brauchen zur Entwicklung individueller Kompetenzen die ungeteilte Aufmerksamkeit und wachstumsfördernde Haltung des Therapeuten. Manche Kinder sind in Gruppensituationen überfordert, fühlen sich einem hohen Reizangebot ausgesetzt und können sich zu selten selbst verwirklichen. Die Einzelsituation stellt für Kinder/Jugendliche eine Lernsituation dar in der sie in ihrem persönlichen Thempo und in Ruhe Lernerfahrung machen können. Die Teilnahme der Eltern während der Einzelsituation ist erwünscht.

Therapeutische Gruppenangebote dienen als Lernfeld für Erfahrungen in der Entwicklung der: Persönlichkeit, Spontanität, Übernahme von Verantwortlichkeit, Steigerung der Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit, Entwicklung der Selbsterkenntnis, Selbstverantwortung und Autonomie. Die Förderschwerpunkte in den Gruppenangeboten liegen bei der Kontakt- und Konfliktbewältigung. Die Gruppenstärke der Therapiesituation liegt normalerweise bei bis zu 6 Kindern. Einzelne Gruppenangebote werden in der Regel von zwei Kolleginnen, z. T. fachübergreifend, angeboten.

Mitarbeiter

Große Bedeutung wird dem fachlichen Austausch über einzelne Kinder und Jugendliche beigemessen. Ziel der kollegialen Beratung ist ganzheitliche Sichtweise des Kindes und die gegenseitige Unterstützung im Fachdienstteam. Zu diesem Zweck besteht auch die Möglichkeit der Hospitation bei den TherapiekollegInnen und/oder der Austausch.

Die "vernetzte Förderung" als gemeinsame Aufgabe aller Bezugspersonen beinhaltet einen gegenseitigen Austausch, eine möglichst übereinstimmende Zielfindung, die Koordination und Abstimmung von Maßnahmen zur Vereinbarung von Förderzielen für und mit dem betreffenden Kind/Jugendlichen, vor allem im sozio-emotionalen Bereich.

Kosten

Der medizinisch nicht-ärztliche Fachdienst Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie nimmt die Behandlung der Kinder und Jugendlichen nach Erhalt der ärztlichen Verordnung (Förder- und Behandlungsplan) auf. Die Kosten der Therapie übernehmen die Krankenkassen. Der Kostenträger für den pädagogischen Fachdienst Heilpädagogik und Psychologie ist der Regierungsbezirk Oberfranken.

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