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Was ist Abhängigkeit

Abhängigkeit nach der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen ICD-10:

Wenn drei oder mehr der folgenden Kriterien gleichzeitig irgendwann während des letzten Jahres vorhanden waren, dann ist von der Diagnose einer Abhängigkeit auszugehen:

  1. Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, psychotrope Substanzen (Alkohol, Medikamente, illegale Drogen, Tabak) zu konsumieren.

  2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums.

  3. Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums, nachgewiesen durch die substanzspezifischen Entzugssymptome oder durch die Aufnahme der gleichen oder einer nahe verwandten Substanz, um Entzugssymptome zu mildern oder zu vermeiden.

  4. Nachweis einer Toleranz. Um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichten Wirkungen der psychotropen Substanzen hervorzurufen, sind zunehmend höhere Dosen notwendig.

  5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums, erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.

  6. Anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweis eindeutiger schädlicher Folgen.

 

Definitionen der WHO:

  • Missbrauch:
    Die einmalige, mehrmalige oder ständige Verwendung jeder Art von Drogen ohne medizinische Indikation bzw. in übermäßiger Dosierung.

  • Physische (körperliche) Abhängigkeit:
    Ein Anpassungszustand, der sich in ernsten Störungen somatischer Natur äußert, wenn die Mitteldosis vermindert wird, die Droge abgesetzt oder ihre Wirkung durch die Verabreichung eines spezifischen Antagonisten modifiziert wird (ABSTINENZSYNDROM).

  • Psychische (seelische) Abhängigkeit:
    Das schwerbezwingbare Verlangen nach periodisch oder ständig wiederholter Einnahme der Droge, welches zum Hauptcharakteristikum der Sucht, zum NICHT-MEHR-AUFHÖREN-KÖNNEN, führt und dem die Kräfte des Verstandes untergeordnet werden.

 

Co-Abhängigkeit:

Co-Abhängigkeit ist die Abhängigkeit von Familienmitgliedern, Angehörigen, Freunden, Kollegen und Vorgesetzten vom Betroffenen, meist ist dies dann ein Alkoholiker bzw. eine Alkoholikerin.

Die Co-Abhängigen haben dem Suchtkranken geholfen seine Sucht zu vertuschen, sie haben Verantwortung für ihn übernommen, sie haben für ihn Konflikte gelöst und sie haben ihm das Leben erleichtert, wo sie nur konnten.

Doch dabei sind die Co-Abhängigen die Leidtragenden, denn sie engen oft ihr eigenes Leben ein, nur um dem Betroffenen keinen Grund für seine Sucht oder seinen weiteren Konsum zu geben. Und dabei gehen sie oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und scheinen sich völlig aufzugeben, nur um für den Betroffenen da zu sein. Sie erdulden sehr viel, besonders der Lebenspartner des Betroffenen, aber dafür bekommen sie nur Schuldzuweisungen, Anfeindungen und Drohungen von Seiten des Betroffenen.

Die Suchterkrankung beeinflusst die Beziehung zur Umgebung, zur Familie, zu Freunden und Kollegen, so dass am Ende nicht mehr viel übrig bleibt von der Beziehung oder Freundschaft.